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Eine sehr junge Besucherin stellte vor 3 Wochen die Frage: Wieso wissen die Menschen in Museen eigentlich so viel über die Dinge, die sie ausstellen?

Diese sehr gute Frage verdient eine ausführliche Antwort. Daher starten wir eine mehrteilige Serie zum Thema: Was passiert mit Objekten, wenn diese ins Museum kommen.

Ein wichtiger Hintergrund vorneweg:
Museen sammeln Dinge.
Aber: nicht alles und nicht über Kapazität.

Ein Museum kann nur die Objekte annehmen, die thematisch und mengenmäßig ins Museum hineinpassen. Ein Beispiel:
Das Fischer- und Webermuseum in Steinhude sammelt nur Dinge, die mit dem früheren Leben und der Geschichte der Fischer und Weber in Steinhude zusammenhängen. Für das angeschlossene Spielzeugmuseum kommt dagegen Spielzeug erst ab einem gewissen Alter in Frage. Zudem können wir die Gegenstände nicht mehrfach aufnehmen. Neben der Ausstellung gibt es im Museum zwar das Depot, doch bietet dies nicht unendlich Platz.

Ein Museum kann also nicht alles annehmen, was ihm angeboten wird.
Aber: was ein Museum annimmt, wird besonders sorgfältig behandelt!

Das Weberschiffchen
Wir haben ein etwa hundert Jahre altes, besonderes Weberschiffchen geschenkt bekommen:Schnellschußschützen, ca. 1900. einen sogenannten Schnellschussschützen.

Als allererstes füllen wir zusammen mit den Schenkenden einen kurzen Bogen mit langem Namen aus: das Objektannahmeformular.
Es nimmt alle Eckdaten der Spende auf: Name, Adresse, Was wird gegeben, Wie wird es gegeben, Besonderheiten, Unterschrift und Datum. Eine Kopie geht an den Spender. Das Formular wird dauerhaft aufbewahrt. Damit weiß man auch in mehreren Generationen noch genau, wie das Schiffchen ins Museum kam.

Als nächstes folgt der Eintrag ins das Eingangsbuch.
Dieses Buch ist ganz besonders wichtig für ein Museum, denn mit dem Eintrag geht das geschenkte Weberschiffchen ins Eigentum des Museums über. Daher muss man im Eingangbuch auch notarielle Regeln befolgen: Der Eintrag muss handschriftlich mit lichtechter Tinte passieren, die Seiten und alle Einträge müssen durchnummeriert sein, etc.. – hier erhält das Weberschiffchen seine erste Nummer: die Eingangsnummer!

… Ende von Teil 1…

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