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Die Eingangsnummer ist eine fortlaufende Nummer. Im Grunde zählt man die Objekte damit hoch, sie darf nicht doppelt vergeben werden. Wenn eine Schenkung aus mehreren, zusammengehörigen Teilen besteht, bekommt sie nur eine Nummer für alle Teile zusammen. Zum Beispiel eine gefüllte Aussteuertruhe. Diese besteht aus der Holztruhe sowie all der hineingepackten Bettwäsche, den verschiedenen Tüchern und Hemden. Diese Objektansammlung nennt man dann Konvolut (von lateinisch für zusammenrollen).

Manchmal werden einem Museum Dinge nicht geschenkt, sondern auf lange Zeit geliehen. Diese Dauerleihgaben trägt man genauso in das Eingangsbuch ein. Das Eingangbuch ist also das Buch aller Objekte, die ins Museum hineinkommen.

Wie bei einer großen Tabelle gibt es viele Felder, mit denen man die Dinge näher beschreibt. Es beginnt mit dem Datum der Schenkung, was es ist, aus welchem Material es besteht, ob es geschenkt, gekauft oder geliehen wurde, und noch einigen weiteren Feldern. Am Schluss muss jeder Eintrag unterschrieben werden. Das ist wichtig, denn damit bestätigt man die Richtigkeit des Eintrags.

Wenn man einen Fehler gemacht hat, darf man im Eingangsbuch nichts löschen!
Man darf den Eintrag nur durchstreichen, und zwar so, dass man das Durchgestrichene noch lesen kann. Am besten also mit einem Lineal einen dünnen Tintenstrich durchziehen.

Dadurch weiß man im Museum über die Dinge immer: Was es ist und wer sie wann dem Museum wie gegeben hat.

Nummer 2

Weil die eingetragenen Objekte weiter ins Depot oder die Ausstellung wandern, muss eine Verbindung zwischen dem Eintrag und dem Ding hergestellt werden: die Inventarnummer. Diese zweite Nummer wird erst vergeben, wenn man weiß, dass die Schenkung im Museum behalten wird. Die Inventarnummer wird nicht nur an entsprechender Stelle ins Eingangsbuch geschrieben, sondern auch auf das Objekt! Damit ist es dauerhaft mit dem Eintrag im Buch verbunden.

Kleine grob aufgenähte Inventarnummer auf der Rückseite eines Kleinkind-Brustlatzes

grob aufgenähte Inventarnummer

Dazu gibt es auch wieder viele Regeln: Man darf keine Nummer doppelt vergeben und die Beschriftung soll lang halten, aber auch so schonend aufgetragen werden, dass man sie wieder komplett entfernen könnte. Das hat damit zu tun, dass Museumsdinge meistens sehr alt und sehr empfindlich sind. Manche Filzstifte greifen das Material an und harte Bleistifte können die Oberfläche ankratzen. Außerdem soll man an die Stellen schreiben, die nicht sofort gesehen werden (Rückseite, Innenseite, Unterseite). Auf Papier wird mit sehr weichem, etwas stumpferen Bleistift geschrieben, 6B heißt der notwendige Härtegrad. An Textilien, also Handtücher, Kleidung, Tischdecken, und so weiter wird mit grobem (!) Heftstich ein beschriftetes Wäscheband genäht. Und auf alles andere schreibt man am besten mit echter Schreibfeder und Dokumententusche. Das hält ewig – man muss aber die Oberfläche vorher behandeln.

Spezieller Grundierungslack für die Inventarisierung

Speziallack für die Inventarisierung

Man grundiert vorsichtig mit einem ganz speziellen Lack, Paraloid B 72. Dieser wird speziell für die Inventarisierung in Museen angemischt. Das wurde von vielen Restauratoren geprüft und getestet und es ist zwar ein Gefahrenstoff für uns Menschen, für die Objekte aber am wenigsten schädlich. Wenn der Lack getrocknet ist, kann man darauf mit Tusche schreiben. Weiß für dunkle Materialien, Schwarz für helle. Zum Schluss fixiert eine weitere Schicht Paraloid die Schrift.

Mit weißer Tusche beschriftetes Weberschiffchen

Weiße Tusche bei dunklem Untergrund. Paraloid 72 glänzt auch trocken.

… Ende Teil 2 …

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