Schlagwörter

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Wir hatten in Teil 1 und 2 schon erfahren, dass jedes Objekt, das in ein Museum kommt, eine Eingangsnummer und eine Inventarnummer erhält.

Das kann man mit den Leih-Medien in einer öffentlichen Bücherei vergleichen. Dort hat ja auch jedes Buch und jede CD oder DVD eine Nummer – die Signatur.

Wenn man in einer Bücherei ein Buch ausleihen möchte, sucht man zuerst im Katalog, ob es das Buch gibt und ob es ausgeliehen ist. Dieser Katalog ist heute meistens eine Datenbank im Computer, früher bestand er aber aus vielen Karteikarten in großen Holzkästen. Zu jedem Buch gab es eine Karteikarte, auf die man alle wichtigen Informationen geschrieben hat. In manchen Bibliotheken stehen die Karteikästen auch noch heute.
Man konnte das gewünschte Buch schnell finden, denn die Karteikarten waren nach dem Namen des Autors sortiert. Oft gab es auch noch zusätzlich ein Schlagwortregister nach Sachgruppen. Ein tolles Foto hat Dr. Marcus Gossler gemacht: zum Bild (klicken).

So etwas Ähnliches macht man auch im Museum – nur können Besucher nichts ausleihen!

Der Katalog im Museum hat also keine Leihobjekte, sondern Wissen zum Inhalt. Zu jedem Objekt beschreibt man eine Karteikarte mit allen Informationen, die man über das Ding heute schon hat, später noch bekommt oder herausfindet. Auf der Karteikarte sollte auch ein Foto von dem Ding sein.

Weil die Objekte im Museum selten einen Autor haben, sortiert man die Karteikarten meist nur nach Sachgruppen. Dafür gibt es Ordnungssysteme, die vorgeben, mit welchen Schlagworten und in welcher Reihenfolge man ein Objekt beschreiben soll. Das ist wichtig, weil ein Ding oft mehrere Namen haben kann! Im Alltag merkt man das schnell beim Bäckereieinkauf: Ein Krapfen heißt auch Berliner – und in Berlin heißt er Pfannkuchen. Das Ordnungssystem heißt Systematik.

Zum Schnellschussschützen gilt also folgende Reihenfolge der Schlagwörter:
Handwerk >> Spinner/Weber >> Webgeräte >> Weberschiffchen >> Schnellschussschützen

Diese Reihenfolge stammt aus der „Hessischen Systematik“, die viele kulturhistorische Museen auch außerhalb Hessens benutzen. Diese gemeinsame Benutzung hilft beim „von einander lernen“.
Übrigens nimmt man auch im Museum heutzutage lieber eine elektronische Datenbank. Es geht sehr viel schneller und man hat mehr Möglichkeiten, die Einträge zu sortieren.

Und deshalb können Menschen im Museum auch ganz schnell die richtige Information zu dem Ding finden!

…Ende der Serie.

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