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Anfang des 20. Jahrhunderts sind die rotweißen Decken mit Jagdborte und  Wilhelmsteinmotiv typische Luxusprodukte des „Steinhuder Leinen“ – aufgelegt werden sie an Sonn- und Feiertagen.

Gewebte Pixel – fadengenaues Farbweben

Diese Decken kennt man als „Gebildweberei“ – individuelle Grafiken in Leinen gewebt. Dies geht technisch über normale Weberei hinaus.
Zunächst benötigt man einen Jacquardwebstuhl, der für jeden Kettfaden eine eigene Hebevorrichtung hat. Nur dann kann man Bildmuster überhaupt fadengenau weben.

Dann benötigt man die Mustervorlage: diese ist binär!
Damit ist gemeint: es gibt genau 2 Möglichkeiten, den Faden anheben oder nicht.

Im Vorfeld wird das Musterbild als technische Zeichnung (Patrone)
hergestellt. Wie auf Milimeterpapier wird für jeden späteren Kettfaden ein kleines Quadrat gesetzt und entsprechend dem Motiv rot eingefärbt oder weiß gelassen. Reihe für Reihe entsteht das Muster.

Dieses wird durch den Kartenschläger auf spezielle Lochkarten übertragen (Jacquardkarten), sie übersetzen das Muster für den Webstuhl: Bei einem Loch wird der zugehörige Kettfaden einzeln angehoben, das Bild entsteht.

Es gab nur drei Orte, an denen Kartenschläger wirkten: Krefeld, Bielefeld und Steinhude. Mehr Infos zum Beruf des Kartenschlägers gibt es hier…

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