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Passend dazu, dass wir am 6. und 7. September unser Flachsfest feiern, wollen wir heute ein Objekt aus unserer Ausstellung vorstellen, das wir am Wochenende auch in Aktion nehmen!

In unserem großen Webraum im 2. OG zeigen wir die Replik eines Gewichtswebstuhls.
Am Wochenende können unsere Besucher – immer im Wechsel zu Vorführungen im Hof – darauf vor- und frühgeschichtliches Weben ausprobieren!IMG_4038

Diese Art von Webstühlen gibt es sehr lange – mindestens seit der Jungsteinzeit. Für unsere Gegend heißt das etwa seit 7000 Jahren. Im heute in der Türkei liegenden Çatalhöyük fanden sich sogar Hinweise, die 9000 Jahre alt sind!
Den waagerechten Webstuhl dagegen gibt es seit grob 1000 Jahren.

Das Weben funktionierte etwas anders, als wir es von heutigen Webstühlen kennen. Der Gewichtswebstuhl ist im Grunde ein fest verankerter, stehender Webrahmen, bei dem die Kettfäden senkrecht herunter hängen. An ihrem Ende sind sie mit Webgewichten beschwert. So bekommen sie die zum Weben nötige Spannung. Es sind auch diese Webgewichte – meistens aus Ton, die Archäologen im Erdreich finden. Neben dunklen Verfärbungen im Boden meist das Einzige, was aus der Vorgeschichte des Webens übrig blieb.

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Repliken von tönernen Webgewichten. Daran geflochten sind die Reste der Kettfäden (Verlängerung).

IMG_4041Ein Trennstab (Bild) und ein Litzenstab teilen die Kettfäden. Gibt es einen Litzenstab, so kann man sogenannte Leinwandbindungen weben. Bei zwei oder sogar drei Litzenstäben sind kompliziertere Muster möglich.
Hier ist ein einzelner Litzenstab verwendet. Auf dem Litzenstab sind viele Litzen aufgefädelt, Hubelemente durch die jeder zweite Kettfaden gefädelt ist.
Zieht man den Litzenstab nach vorne, so heben diese Litzen jeden zweiten Kettfaden an; Schiebt man den Litzenstab nach hinten, so ziehen die Webgewichte eben genau diese vorher angehobenen Kettfäden nach hinten. So entsteht ein Fach, durch das man weben kann.

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