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Hemd_ohne_NahtEin ganz besonderes Ausstellungsstück hat uns am Donnerstag für 3 Monate verlassen: das „Hemd ohne Naht“ trat eine Reise nach Braunschweig an.
Eine Restauratorin wird es über den Winter genau in Augenschein nehmen, denn bisher ist nicht bekannt, wie das Hemd hergestellt wurde.

Aus einer vorherigen Untersuchung wissen wir allerdings sicher: Es wurde gewebt, und zwar komplett ohne Naht, im ganzen Stück. Etwas, was technisch unbekannt ist, nicht möglich scheint!

Ein Fragment aus der ersten Rinteler Zeitung, den „Rintelische Anzeigen von gelehrten und gemeinnützlichen Dingen“ aus dem Jahr 1765 oder 66 beschreibt: …“[J. Hinrich Bühmann] webete sein Hembd viel besser und ordentlicher […], denn er hatte die Ermeln am Leibe weit, und forne ausgezakket, wie es das Frauen-Zimmer zu nehen pfleget, auch die gehörigen Rauten hinein- und desgleichen das gantze Hembd mit schönen Drell-Figuren durch und durch gewircket.“

Auch der Grund für die Herstellung des Hemdes ist über das Zeitungsfragment überliefert:
„Diesen Bühmann, welcher dero Zeit ein Jüngling von 17 Jahren war, wolte die damalige neue Leinweber-Gilde noch nicht vor einem Meister erkennen, darauf er so gleich noch ein Hembd webete, und solches […] seinen gnädigsten Landes-Herren präsentierte, darauf er sogleich ohne Widerrede Meister bey der Gilde wurde.“

Unser „Hemd ohne Naht“ war einst kein Einzelstück: aus den Quellen sind 5 nahtlose Hemden überliefert, die in Steinhude einst gewebt worden waren.

Wir hoffen sehr, dass das Geheimnis der Herstellung gelüftet werden kann und werden in unregelmäßigen Abständen über das Hemd, seine Geschichte und seine Neupräsentation im Herbst 2015 berichten.

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