Vortrag von Dr. Timm Weski, 26. März, 19:00 in den Räumlichkeiten der Volksbank, An der Schanze 1, Eintritt frei.

Im Steinhuder Meer unmittelbar nördlich des Ortes vor der Promenade befindet sich eine Untiefe, die wegen der dort befindlichen Pfähle und Steine den Namen „Burg“ trägt. Bereits im 18. Jahrhundert vermutete man dort die Reste einer ehemalige Befestigung. Bei Untersuchungen wurden 1885 Funde des 13./14. Jahrhunderts aus dem Steinhuder Meer geborgen, die vermutlich von der „Burg“ stammen. Trotz dieser Vorarbeiten fand eine topographische Vermessung der Fundstelle erst 1982 statt. Da diese kartographische Darstellung nicht ausreichte, um den Charakter der Anlage vollständig zu ermitteln, erfolgten 2009 geophysikalische Erkundungen mit Georadar, Sedimentsonar und Geomagnetik.

Quelle eastern atlas, Berlin

Quelle eastern atlas, Berlin

Einige der dabei eingesetzten Methoden wurden zum ersten Mal unter Wasser erprobt. Die Messbilder zeigen eine deutliche größere Ausdehnung der Burg als die frühere Vermessung. Schon im 18. Jahrhundert war angenommen worden, die „Burg“ hätte, wegen der Umfassungsgräben, ursprünglich nicht im See gelegen, sondern hätte auf Land gestanden. Aus diesem Grund wurde eine Anhebung des Wasserspiegels postuliert. Auswertung von älteren Berichten und Bohrprofile im heutigen Dorf ergaben aber, dass die „Burg“ auf einer mächtigen Torfschicht errichtet worden war. Die Ufererosion zerstörte die weiche Schicht, so dass die „Burg“ heute im See liegt. Mehrfach war eine Gleichsetzung der „Burg“ mit der 1320 überlieferten „Kranenburg“ postuliert worden. Eine neue Bewertung der Urkunde ergab aber, dass die Angaben in dem Schriftstück für solche Aussagen nicht ausreichen.

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