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Für diese Woche sind hohe Temperaturen vorausgesagt, bis 37 Grad soll es werden. Die Zeit für Sommerkleidung ist gekommen. Zwei Materialien werden besonders häufig für Sommerkleidung verwendet: Leinen und Baumwolle.
Beides sind Pflanzenfasern – und wir wollen sie hier kurz vorstellen.

Leinen: Ideal im Sommer

Als Leinen (lateinisch linum) werden die Fasern der Flachspflanze bezeichnet, aber auch der daraus gewebte Stoff. In neuerer Zeit werden auch Strickstücke wie Pullover oder T-Shirts aus Leinengarn hergestellt.

Leinen ist eine uralte Kulturpflanze, die ältesten Faserreste, die Archäologen gefunden haben, stammen noch aus der Steinzeit, der älteste gewebte Stoffrest Mitteleuropas stammt aus der Jungsteinzeit (Pfahlbausiedlung Lago di Ledro, Norditalien, vor über 4000 Jahren).

Leinenfasern sind glatt, flusenfrei und wenig anfällig gegen Schmutz und Bakterien, von Natur sind sie etwas etwas schmutzabweisend. Die Fasern können bis zu 35% an Luftfeuchtigkeit aufnehmen und schnell wieder austauschen, dadurch wirkt es kühlend und ist ideal für Sommerkleidung geeignet. Am besten entfaltet sich diese Fähigkeit bei Kleidung mit luftigem, weiten Schnitt. Leinenfasern sind nicht elastisch, was es knitteranfällig macht – ein weiterer Grund für weite Schnitte, damit die Bewegungsfreiheit gegeben ist.

Dafür ist Leinen sehr reißfest, langlebig und strapazierfähig.

Baumwolle: Hautfreundlich

Im 5. Jahrhundert vor Christus schrieb Herodot, in Indien gäbe es eine Wolle, die auf Bäumen wachse – vermutlich erhielt die Pflanzenfaser daher ihren Namen. Geerntet werden die langen Haarbüschel, die an den Samen des Baumwollstrauchs hängen. Die Büschel sehen aus, wie große Wollflocken.

Schon in der Antike wurde Baumwolle geschätzt, dadurch wurde es auch in Mitteleuropa bekannt. Doch die langwierige Verarbeitung, um aus diesen Haarbüscheln Fäden herzustellen (es dauerte etwa 3mal länger als bei Leinen, 6mal länger als bei Wolle) sorgte dafür, dass Baumwolle zuerst ein Luxusgut war. Nach 1764, mit der Erfindung der „Spinning Jenny“, einer Spinnmaschine in England, wird Baumwolle zum Massengut und verdrängt nach und nach Leinen und Wolle.

Baumwolle ist sehr saugfähig und kann bis zu 65% des Gewichtes an Wasser aufnehmen. Einmal nass, trocknet sich nur langsam – im Unterschied zu Leinen besitzt Baumwolle eine eine hohe Schmutz- und Ölaufnahmefähigkeit, ist aber auch in der Lage, diese wieder abzugeben. Baumwolle ist dehnfähiger als Leinen, dafür nicht so fest und reißfest.

Als Halbleinen (50% Baumwolle, 50% Leinen) kombiniert man häufig die positiven Eigenschaften beider Pflanzenfasern.

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