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Wir haben diesen Sommer im Webraum im Obergeschoss einige Stationen eingerichtet, an denen unsere Besucher Webtechniken ausprobieren können.

Heute stellen wir ein Gerät vor, mit dem man auf sehr einfache Art und Weise schöne Bänder herstellen kann: einen Bandwebstuhl (Inkle Loom). k-IMG_5088

Diese Art Bandwebstuhl besteht aus einem sehr einfachen Gestell. Darin eingelassen sind Stäbe, über die Kettfäden gezogen werden.

Der erste Stab (auf dem Bild ganz links) kann verschoben werden, ist aber meistens mit einer Schraube festgestellt. Damit wird die Fadenspannung reguliert und die Kettfäden nachgeschoben, wenn das Gewebe zu weit vorgerückt ist.

Der dritte Stab (von links, der obere der drei senkrecht übereinander gelagerten Stäbe) teilt die Kettfäden in zwei Teile.

Über den zweiten Stab (von links) sind Schnurlitzen gezogen. Litzen sind Elemente, mit denen man in der Weberei Fächer bildet, um den Schussfaden hindurch zu führen. Die Litzen an diesem sehr einfachen Bandwebstuhl haben nur die Aufgabe, jeden zweiten Faden zu fixieren. Es sind dies genau die Fäden, die über den dritten Stab nach oben gespannt werden. Somit werden diese Fäden oben wie unten festgehalten.

Über die anderen Stäbe wickelt man die Kette, und je nach dem, ob man über alle Stäbe wickelt, oder welche auslässt, kann man ein längeres oder kürzeres Band weben.

k-IMG_5090 k-IMG_5091Um zu weben, muss ein so genanntes Fach gebildet werden, durch das man den Schußfaden ziehen kann. Der Schussfaden ist auf ein Schiffchen gewickelt.

Hier bilden wir das erste Fach:

Hinter dem zweiten Stab wird das Fadenbündel nach unten gedrückt. Dies macht man mit der Hand.

Auf dem dritten Foto sieht man jetzt ganz genau, dass dadurch jeder zweite Faden nach unten gedrückt wird – die anderen werden unten durch die Schnurlitzen und oben durch den dritten Stab festgehalten. Das entstandene Fach nennt man Unterfach.

 

k-IMG_5092Nun schiebt man das Schiffchen durch das Fach. Das Schiffchen auf dem Foto wird gerade in Richtung zum Betrachter hin geschoben.

Anders als beim normalen Webstuhl muss man den Schussfaden etwas stramm ziehen. Dann klopft man das Gewebe mit dem Schiffchen  fest zusammen.

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Als nächstes folgt das Hochfach.

Schon geraten, was man jetzt machen muss?

Das Fadenbündel hinter dem zweiten Stab einfach nach oben schieben. Schon hat man das Hochfach.

Nun wieder das Schiffchen durch das Fach fädeln – dieses Mal ist die Richtung vom Betrachter weg, es wird durchgezogen.

Etwas stramm ziehen und festklopfen.

Das war gar nicht schwierig, oder?

Tatsächlich kann man so recht schnell bunte Bänder weben. Diese Art Bandwebstuhl hat den großen Vorteil, dass er schnell eingerichtet und betriebsbereit ist. Zumindest, wenn man in den üblichen Zeiten denkt, die es braucht, Webstühle einzurichten.

Zudem könnte man ihn auch für Brettchenweberei benutzen, aber das ist ein anderes Thema (und eine andere Ausprobierstation im Museum!).

 

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