18. Juli – 2. November 2014

Plakat der Ausstellung (Din A 4, 150 Dpi)

Plakat der Ausstellung (Din A 4, 150 Dpi)

18. Juli – 2. November 2014

Käthe Kruse und ihre Kinder

Ick koof euch keene Puppen. Ick find se scheißlich. Macht euch selber welche.“ Mit diesem heute legendären Ausspruch Max Kruses zu seiner Frau Katharina „Käthe“ Kruse begann im Jahr 1905 die Geschichte der berühmten Stoffpuppen.

Käthe Kruse war mehr als eine Puppenmama – als uneheliches Kind geboren ging sie 16jährig als Schauspielerin nach Berlin, verliebte sich, bekam ihr erstes Kind und gab dann zwar ihren Beruf auf doch nie sich selbst. Sie war eine starke Frau, emanzipiert, die das gängige Rollenbild der damaligen Spielzeuge nicht unterstützen wollte. Sie erkämpfte sogar die erste Sicherung der Urheberrechte der Spielzeuggeschichte. In einer zweiten Karriere gründete sie das bis heute weltweit agierende Puppenunternehmen, bei dem auch die Talente ihrer 7 Kinder zum Tragen kamen. So modellierte Sofie Kruse z. B. die Köpfe der Schaufensterpuppen, die in den 1930er bis 1960er Jahren produziert wurden und erfand später FIMOIK, das heute als FIMO auf dem Markt ist. Tochter Hanne übernahm in den späten 1950ern von Bruder Max Kruse die Firmenleitung, als er sich seinem Traum der Schriftstellerei widmen wollte. Während Hanne das „Däumelinchen“ erfand, schuf er das „Urmel“, das 1969 in der Augsburger Puppenkiste erstmalig verfilmt wurde.

Die Faszination der Käthe Kruse Stoffpuppen ist für viele bis heute ungebrochen, doch ist vor allem ihr Einfluss auf die Entwicklung der Spielkultur revolutionär. Die vom Vater Max Kruse für „scheißlich“ befundenen typischen Puppen der Zeit um 1900 waren üblicherweise aus empfindlichem Bisquitporzellan und stellten als feine Damen das herrschende Frauenbild dar. Spielzeuge waren nicht auf die Bedürfnisse der Kinder ausgerichtet, sondern dienten häufig als Role Models, als Vorbilder für das Ideal. Das Kinderspiel war artig, gesittet und streng reglementiert. Häufig gab es die wertvollen Stücke nur an Sonntagen an die Hand.

Käthe Kruse revolutionierte den Spielzeugmarkt! Diese besondere Bedeutung greift die Ausstellung auf und stellt typische Mädchenspielzeuge der jeweiligen Zeit den Puppen gegenüber. Das Thema Rollenbildtransport im Spielzeug ist auch heute hochaktuell, die sogenannte „pinkisierung“ des Kinderzimmers dürfte allen Eltern ein Begriff sein.

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